Die Kirche

Geweiht ist die Stiftskirche, die seit 1745 auch Pfarrkirche ist, der Aufnahme Mariens in den Himmel (Patroziniumsfest 15. August).

Altarraum Stift Dürnstein

Die Innenausstattung

Bei der Erneuerung der Stiftskirche in den Jahren 1721 bis 1724 wurden Teile der gotischen Kirche wiederverwendet. An der Ausführung des architektonischen Schmuckes und der Innenausstattung der Kirche waren zahlreiche Künstler und Handwerker beteiligt, von denen viele in den Aufzeichnungen des Propstes genannt sind.

Risse für Teile der Innenausstattung schufen der Maler der Altarbilder, Carl Haringer, etwa für alle Tischlerarbeiten, und der Melker Pater Bonifaz Gallner. Für die einzigartige Stuckierung der Stiftskirche mit sechs großen Stuckfeldern holte Propst Hieronymus jedoch den bekannten Stuckateur Santino Bussi aus Wien.

Tabernakel Stift Dürnstein

 

Der erst 1726 geschaffene Altaraufsatz wurde von dem in Melk tätigen kaiserlichen Theateringenieur Antonio Beduzzi entworfen; den Werkriss lieferte Joseph Munggenast. Die handwerklichen Teile verfertigte der Meister Hippolyt Nollenberg aus St.Pölten, der auch alle übrigen Tischlerarbeiten ausführte.

Der Tabernakel

Ein Unikat ist der frei drehbare Tabernakel des Hochaltars in Form einer Weltkugel, der mit 44 Szenen aus dem Leben Jesu geschmückt ist, die seine Geburt, sein Wirken, seine Passion, Auferstehung und Wiederkehr beim Weltengericht zeigen. In das Innere führt eine Tabernakeltür, die mit den christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe versehen ist, wobei das Herz das Schloss enthält. Das Kruzifix über der Weltkugel steht für die Erlösung der Menschheit durch Christus.

Statue Hl. Nepomuk
Bild Hl. Katherina

 

Werke des Martin Johann Schmidt

Die Bildhauerarbeiten an den Stiftsgebäuden und in der Kirche gestaltete Johann Schmidt, der Vater des berühmten österreichischen Barockmalers Martin Johann Schmidt ("Kremser Schmidt"). Auch der Sohn war im Stift tätig. Von ihm stammen zwei Bilder in den Seitenaltären, am prächtigsten jenes der Heiligen Katharina.

Auch das Deckenfresko im Festsaal des Stiftes Dürnstein stammt von Martin Johann Schmidt.
Im Rahmen der Themenführung und Bildbetrachtung "Kremser Schmidt" wird Ihnen die besondere Beziehung zwischen dem Barockmaler und dem Stift Dürnstein näher gebracht.

 

Eine 360°-Panoramaaufnahme der Stiftskirche finden Sie hier.

Orgelempore Stift Dürnstein

 

Die Orgel

Die Orgel der Stiftskirche Dürnstein wurde im Jahr 1724 vom Wiener Orgelbaumeister Johann Christoph Panzner fertiggestellt und ist das einzig von ihm erhalten gebliebene Werk. Es befindet sich bis heute im Originalzustand und besitzt zwei Manuale (C - c''') und Pedal (C - a) mit 16 klingenden Registern, hat ca. 800 Pfeifen und gehört zum süddeutschen Typ einer Barockorgel.

In beiden Manualen und im Pedal ist die große Oktave als "kurze Oktave" ausgebildet, das heißt, dass die Tasten CIS, DIS, FIS und GIS nicht vorhanden sind. Ebenso befindet sich die "kurze Oktave" auch im Pedal, das außerdem nur 18 Tasten besitzt. (Anmerkung: Ein "normales" Pedal hat ca. 30 Tasten!). Aus diesen Gründen sind umfangreichere Orgelwerke, auch einige des Barocks (J.S.Bach nicht ausgenommen), der Klassik, Romantik bis hin zur Moderne kaum bis überhaupt nicht spielbar.

Für Gruppen ab 20 Personen kann eine Stiftsführung mit anschließendem Orgelkonzert gebucht werden. Bei diesem Konzert hören Sie Werke alter Meister, die speziell für diesen Orgeltyp komponiert haben und darüber hinaus kompromisslos auf dieser Orgel zu realisieren sind.

Sockelbereich des blauen Kirchturmes

Der Blaue Turm

Am auffallendsten ist der blau-weiße Turm der Stiftskirche, der mit der Renovierung in den 1980er Jahren in seiner ursprünglichen Farbgebung wiederhergestellt wurde. Durch die markanten Farben und das edle Material, das ihn keramisch wirken lässt, steht er als Architektursignal in der Landschaft und ist zum Wahrzeichen der Wachau geworden.

Das theologische Programm des Dürnsteiner Stiftsturmes lautet: "Im Kreuz ist Heil. Durch das Kreuz sind wir gerettet und alles Leid mündet in die Herrlichkeit der Auferstehung ein."

Der Barockturm steht auf gewachsenem Fels. Um das Fundament ist die Terrasse gebaut. Der Turm ist mit kostbaren Reliefs des Leidens Christi überzogen. Auf der Bekrönung steht das verklärte Kreuz: in diesem Zeichen hat Christus Leid und Tod besiegt. Unter dem Kreuz stehen als dessen Interpreten die Evangelisten. Bilder der Apostel tragen vier Obelisken. Sie sind Zeugen Christi: Zeugen seines Lebens, Leidens und Auferstehens. Der mit 1733 datierte Turm ist ein Symbol der Auferstehung und der Überwindung des Leides in eine höhere, freiere Welt.